Sonntags um halb 12 im Zoo…

Heute hatte ich die hervorragende Idee, das schöne Wetter bei einem Zoobesuch zu geniessen. Die Idee, die war echt gut, wirklich. Leider hatten zig Familien mit mindestens je zwei Kindern, einem Kinderwagen und vollbepackten Familienrucksäcken die gleiche Idee. Und zwar genau zur gleichen Zeit wie ich. Stell dir das mal vor…

Von diesen Familienverbünden litten mindestens die Hälfte unter mindestens einem quengelnden Kind. Wiederum die Hälfte dieser Hälfte litt unter einem quengelndes Kind, welches nicht zu beruhigen war. Was zu entnervten Eltern führte. Und zu noch mehr quengelnden Kindern. Und dies noch vor dem Eingang. Beim anstehen. Und anstehen musste man ungefähr eine halbe Stunde. Das alles trug dazu bei, dass die betroffenen Eltern schlicht nicht mehr in der Lage waren, die Regeln des guten Benehmens zu befolgen. Es wurde gedrängelt und geschubst, die Anstehkolonnen gewechselt, vorbeigeschlängelt und vorne reingedrängelt – es war wie am Skilift während der Sportferien.

Du magst es kaum glauben – aber ich stand geduldig da, wechselte meine Kolonne nicht, ignorierte das Kind, welches mich beim quengelnden Rumtollen mindestens dreimal schmerzhaft rammte. Ich lächelte mit einer souveränen inneren Ruhe, beobachtete das Chaos um mich herum und dachte nicht daran, aufzugeben. Einzig bei der Kasse, als die Grossmuter dieses Ramm-Kindes in Nahkampfnähe rückte und ich damit rechnen musste, von ihr gegen das Kassenhaus gedrückt zu werden, reagierte ich. Ich drehte mich zu ihr um, blickte sie an und sagte: „Sie kommen nicht schneller rein, wenn Sie unseren Körperkontakt intensivieren“. Ihr entwichen irgendwelche thurgauischen Empörungslaute und das war mir so etwas von egal. Immerhin hatte ich jetzt wieder Luft zum atmen.

Ich orientierte mich am Infostand über die Aktivitäten – von der Pinguinparade bis zum Fischotterfüttern und wählte genau die umgekehrte Reihenfolge für meinen Rundgang. So bewegten sich die Familienschwärme und ich mehrheitlich nicht zur gleichen Zeit an den gleichen Ort. Während die quengelden Kinder und ihre entnervten Eltern vermutlich nur irgend einen halben Pinguinfuss und ein Affenauge zu sehen bekamen, konnte ich den Zoo einigermassen in Ruhe besichtigen (es gab durch aus auch Eltern mit quengelden Kindern, die auch meine Taktik wählten….) und sah ganze Tiere – so toll!

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PS. Nein, ich bin nicht wirklich kinderfeindlich. Bloss manchmal etwas genervt. Mein gutes Recht. Und ja, ich bin selber schuld an einem Sonntag in den Zoo zu gehen… (aber wenn nicht am Weekend, wann dann…).