Ein guter Sonntag

Liebe Frau H. Heute habe ich den Kreis 1 (oder so) mit dem Velo erforscht. Du wirst schmunzeln und dir deine Sache denken. Aber im Ernst, es war ganz toll. Erst mal war ich saufrüh wach. So, dass ich mich nach kurzer aber heftiger Unterhaltung mit meinem faulen Ich ins Fitnesscenter begab (grad mal 2 Häuser weiter, da helfen nicht viele Gegenargumente). Dort blieb ich eine Stunde, das genügt. Dann gabs gemütliches Müeslifestival und ah ja, meine neuen Schuhe (Lieblingsmarke, Ausverkauf und daher voll ok…) mussten ja auch noch imprägniert werden… Aber dann gings ab aufs Velo.

Also – gestartet bin ich natürlich am Stauffacher. Erst mal musste ich mein luxeriöses M-Budget-Velo vom Schnee befreien. Bei TA Media (und das ist ja nicht wirklich weit) schlunkerte ich schon bedrohlich wegen einem dieser saudoofen Autofahrer (ok, zu denen ich bis vor Kurzem gehörte…). Mist, wo muss ich eigentlich einspuren Richtung Bahnhof? Ah ja – und das Rotlicht. Mhhh – was für ein Rotlicht – die Kreuzung war frei und ich war es auch – also rüber.

Mann, Frau H., tat das gut – bei Rot über die Ampel… Weiter gings zum Bahnhof, es ist bedenklich einfach, in Einbahnstrassen, über Trottoirs und über Rotlichter zu flitzen mit dem Velo. Tragisch ist, dass ich immer noch zu den Mustervelofahrerinnen gehöre, mit meinem Fahrstil.

Item, rüber zum Landesmusem mit Ziel Ausstellung der Pressefotos 2008 . Erwähnenswert ist noch, dass ich einen Feuerwehreinsatz verhindert habe. Jawohl, da staunst’e wohl, wat? Aufgrund meiner Veloschnuddernase wollte ich den nassen Klumpen von Taschentuch in einem Abfalleimer vor dem Museum loswerden. Huch, nanu – was schmeckt denn da so brenzelig? Na super, da hat so ein Hirni wohl seine Zigarette in den Abfalleimer geworfen. Prima. Mach ich jetzt einen auf ich hab nix gesehen? Nee, nä? Also rein ins Museum und zum Portier – so einer mit einem „sprich-mich-bloss-nicht-an“-Blick. Seine Reaktion auf meine Schilderung war denn auch fast etwas vorwurfsvoll. Nun gut, mein Problem war jetzt sein Problem. Ich, die Heldin, schritt dann nach dem Blitzbesuch der Photoausstellung erst mal in die Tiefen des Bahnhofs – Zeitung holen. Ein Sonntag ohne Zeitung ist kein Sonntag.

Dann gings weiter über mehrere Sicherheitslinien zum Limmatquai. Mensch, ist das schön, Zürich bei schönem Wetter. Kurz mal anhalten und die schönen Szenen einsaugen. Dann weiter zum See. Volksauflauf – naja. Am Baur-au-Lac vorbei in grober Richtung zurück zum Stauffacher. Grobe Richtung darum, weil ich nur so eine Ahnung hatte, wo ich durch musste. Ein paar Umwege führten mich durch Strassen, die ich noch nie gesehen hatte – aber schwupps war ich aufeinmal bei der Löwenstrasse.

Spontan entschloss ich mich für ein zweites Frühstück (es war 14 Uhr, mein Müesli lag doch immerhin 5h zurück), also steuerte ich zum „Pain Quotidien“. Du willst nicht lesen, was nun kommt. Du hast es nicht, dort wo du bist. Darum lasse ich diese Schilderung jetzt aus… Nach diesem kulinarischen Highlight und verschlungener (lesenderweise) Zeitung gings mit dem Velo wieder zurück zum Stauffacher. Mein liebes M-Budget-Velo steht nun wieder an seinem alten Platz.

Das war eine kleine, aber feine Sonntagsrunde – ganz nach meinem Geschmack. Mein Nachmittag brachte dann noch: Lesen auf dem Sofa (in Pascals Buch, aber der war ja nicht da, hähä), Acrylfarbenschlacht auf Leinwand (viel Farbe, wenig Sujet), DRS 4 News-hören (geschäftlich, für die Kampagne), Haushaltsarbeiten (&%**x%**&) und ein klitzekleines Bisschen arbeiten (echt, nur ein Bisschen, glaub mir…). Vor mir liegt noch ein Vollbad, Salat mit Poultetschnitzel und ein gemütlicher Fernseh-Abend.

Das war mein Sonntag, ein guter Sonntag!

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