Im Zug

Liebe Frau H. – hättest du das gedacht?

Da sitze ich nach einer Sitzung im Zug von Bern nach Zürich, schaue aus dem Fenster und blicke auf die Autobahn. Und weisst du, was ich empfinde? Erleichterung. Ja, wirklich! Ohne Scherz. Erleichterung darüber, dass ich in Ruhe meinen feinen Sonnenblumen-Brezel essen, an meiner Cola zero nuckeln, die Sitzungen nachbereiten, SMS schreiben und tagträumen kann.

Und ich versuche mich in die Zeit zurückzudenken, in welcher ich um keinen Preis in diesem Zug hätte sitzen wollen. Da pries ich noch die Freiheit des Autofahrens an, sprich die Freiheit laut mitzusingen, zu meckern, zu telefonieren, alleine und vor allem unabhängig zu sein… Argumente gab es ja genug.

Mein Auto und ich. Echt – das war eine gute Zeit, ohne Zweifel. Wir waren ein tolles Team. Was ist passiert? Ich bin nicht über Nacht ein anderer Mensch geworden, niemand hat mich bekehrt, ich habe keine wundersame Heilung durchlaufen oder (wie böse Zungen behaupten) meinen Fahrausweis verloren… Nein, ich bin schlicht und einfach eine Umsteigerin, weil der Moment dafür gekommen war.

Ja – es ist ganz einfach. In meinem Leben gibt es für alles einen richtigen Zeitpunkt. Und der lässt sich weder forcieren noch verzögern. Ist der Zeitpunkt gekommen, wird umgesetzt. So einfach ist das.

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