Planung ist die halbe Miete…

Liebe Frau H. – was tut Frau mit zwölf freien Tagen? Ich sags dir. Erst einmal riesig darauf freuen. Und nichts planen. Endlich einmal nichts planen. Es fühlt sich himmlisch an, nichts zu planen. Und Frau fühlt sich super, wenn jemand fragt: „Hey, was machst du eigentlich in den Ferien?“, weil Frau dann superlocker (ich bin sowas von easy drauf, ey) antworten kann: „Ach, ich habe nichts geplant. Werde spontan schauen, in den Tag hinein leben, geniessen…. und vor allem: ich werde meinen Laptop im Büro lassen, Ferien sind schliesslich Ferien….“  Boahhh. Aber ich sage dir – wenn die Ferien dann da sind, fühlt sich Frau doch auf einmal etwas verloren. Weil eben nichts geplant ist. Himmel – Planung ist die halbe Miete und schlussendlich besteht mein Job mehrheitlich aus planen. Also fühle ich mich verloren, wenn ich nicht planen kann. Call me Bünzli, schrei in die Welt heraus, wie schampar unlocker das ist – aber es ist so, so einfach ist das.

Es ist manchmal tatsächlich einfacher, ein Programm zu haben wie z.B. Samstag Ferienvorbereitungsarbeiten, Sonntag packen, Montag reisen, Dienstag Ferienort kennenlernen, Mittwoch Ausflug, Donnerstag relaxen, Freitag Ausflug, Samstag relaxen, Sonntag Ausflug, Montag relaxen, Dienstag Ausflug, Mittwoch relaxen, Donnerstag packen, Freitag reisen, Samstag auspacken, Sonntag Ferienabschlussarbeiten.

Was um Himmels Willen soll Frau denn auf einmal mit der vielen Zeit anfangen? Natürlich, da gibt es tausendundfünfeinhalb Dinge im Haushalt zu tun. Und irgendwo mottet noch die Steuererklärung vor sich hin (jaaa, Einreichefrist ist verlängert). Und zwanzig Minuten sind schreibend gesetzt. Und man sollte die Familie/Freunde/Bekannte besuchen (weil man ja endlich mal Zeit hat…). Und man könnte die Malsachen vom Estrich holen, die nächsten Ferien planen (!), shoppen…..

Aber sag mir mal (und du musst es ja wissen): Wie bitteschön macht man (unverplante) Ferien? Wie lebt man genüsslich in den Tag hinein ohne mit schlechtem Gewissen an all das zu denken, was es eigentlich zu tun gäbe? Wie bleibt man eine volle Stunde in einem Café sitzen ohne zu lesen oder am Handy zu fummeln? Wie fühlt man sich nicht schlecht ob der Tatsache, dass nichts geplant ist? Wie geht man damit um, dass man auch noch nicht weiss, was man in einer, zwei, drei oder sieben Stunden tun wird? Warum geht die Zeit dann doch auf einmal schnell vorbei und man fühlt sich noch schlechter, weil man eigentlich gar nichts getan hat? Warum kommen tausend Ideen auf, die man gleich wieder verwirft weil sie irgendwie doch nicht passen?

Ich sage dir, solche (unverplante) Ferien sind ein hartes Stück Arbeit….