Mein erstes Mal

Liebe Frau H. – heute habe ich es zum ersten Mal getan. Ich habe lange überlegt und bin zum Schluss gekommen, dass ich bereit bin. Seit Monaten schon habe ich mich mental darauf vorbereitet. Schritt für Schritt habe ich viele neue Erfahrungen in diesem Gebiet gesammelt. Und ich bin zum Schluss gekommen, dass heute der Tag gekommen ist.

Damit alles auch wirklich gut läuft und mein erstes Mal eine positive Erfahrung wird, habe ich noch einmal sämtliche vorhandene Fachliteratur gelesen und mich im Internet schlau gemacht. Ich versuchte sogar noch Miss P. zu erreichen, um zu fragen, wie das denn genau geht (sie war aber am arbeiten, wir telefonierten erst „danach“). Nun gut, ich habe ich mich aufs Velo geschwungen und bin zu dem Ort gefahren, an welchem es zum ersten Kontakt kommen sollte. Die Gegend unauffällig und ruhig, Wohnhäuser und eine Handwerksfirma. Ich registrierte einen Typen auf einem Balkon, der mich beobachtete. Sah er es mir an? Ich nestelte nervös nach meiner Eintrittskarte in die neue Welt.

Und da sass ich nun. ICH sass tatsächlich in einem dieser roten Flitzer. MOBILITY! Wobei Flitzer leicht übertrieben ist. Lädierte Gurke trifft es in diesem Fall besser. Das arme Auto (ja, ein Teil meines Herzens schlägt halt immer noch für Autos) machte einen wirklich traurigen Eindruck. Beulen, Kratzer innen und aussen, Flecken auf der Sitzbank – meine Güte, so sieht also ein Auto aus, dass von vielen fremden Leuten geteilt wird. So geben die Leute also Sorge, wenn etwas nicht ihr Eigentum ist und sie es zu einem doch recht günstigen Preis nutzen dürfen. Neeee, nix Moralapostel – solche Dinge nerven einfach… Vermutlich ist mein Temporär-Auto auch nicht pfleglich gefahren worden. Denn der Motor jammerte gequält vor sich hin und die Kupplung erzählte ihre eigene Geschichte. Und mit 60 trotz Vollgas die Autobahnrampe hinauf zu fahren ist nicht lustig.  Ich wollte erst aussteigen und nachschauen, ob da wirklich ein Motor drin ist…. By the way – es wäre 80 und der Audi hinter mir gab mir das auch deutlich zu verstehen… so schnell wechseln die Seiten…

Mal im Ernst – die Sache an sich ist ja wirklich eine gute Sache. Das Fahrzeug war kurzfristig verfügbar und aufgetankt. Alles hat reibungslos funktioniert und ich konnte erledigen, was ich zu erledigen hatte (extrem wichtige Ferien-Shopping-Tour zu Interio & Co.). Gut ist sicher, wenn man genug Zeit mitbringt, das Auto steht halt nun mal nicht vor der Haustüre (wenn auch fast). Und so richtig flexibel ist man auch nicht, spontane Planwechsel dürften nicht immer möglich sein. Item, ich hatte für mein erstes Mal wohl einfach Pech, da ich sicher kein Musterfahrzeug erwischt habe. Denn die beiden anderen Autos, welche dort standen, sahen wesentlich besser aus.

Da bin ich mal gespannt, was für ein Fahrzeug ich das nächste Mal erwische. Denn ich sage dir schon jetzt: ich werde es wieder tun!

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