iPhone-Unterzuckerung

Liebe Frau H. – lange war ich resistent, jetzt bin auch ich im Club. Im Club der iPhone-Besitzer. Vor gar nicht allzulanger Zeit habe ich geknickt aber tapfer verkündet, zugunsten des neuen Steamers (weil teuer) auf ein solches Spielzeug zu verzichten. Aber herrje – Kosten für die superduper 32GB-Variante, die nicht mal 20% des normalen Kaufpreises entsprechen sind ein ziemlich gutes Argument, doch noch zuzuschlagen, nicht wahr?

Gut. Die Sache mit dem Preis war also ausschlaggebend. Zudem wurde kundgetan, dass das Teil innert einer Woche geliefert wird. Sabber-Sabber. Die Tage zogen zäh ins Land und meine Gedanken landeten immer wieder mal beim iPhone, derweil ich fleissig Gemüse im neuen Steamer steamte und mich weiterhin – aber nicht mehr so intensiv – über mein absolutes Unding von einem Geschäftshandy ärgerte.

Die angekündigte Warte-Woche war noch nicht ganz vorbei, als ich nach Feierabend mit nervös knurrendem Magen (weil schon gut eine Stunde über der 5h-Diät-Grenze) noch tapfer Besorgungen in der Stadt erledigte. Was tut Frau nicht alles für Mann. Während ich im Herren Globus mit Tüten vollbepackt, bereits leicht unterzuckert und ziemlich säuerlich darauf wartete, dass sich die bestellten und anscheinend abholbereiten Anzughosen doch noch finden würden, kam es. Das SMS. Oder korrekterweise die SMS. Egal – denn die Botschaft war entscheidend: iPhone abholbereit.

Oha! Nervöser Blick zum linken Handgelenk: 19 Uhr.  20 Minuten Weg – geht auf. Die Damen im Herren Globus stellten mich noch ein Bisschen auf die Probe, fanden dann aber schlussendlich die Hosen doch noch. Mit um eine grosse Tüte erweiteter Vollbepackung ging es ab zum Tram, umsteigen, weiterfahren…  Die Uhr zeigte 19.30 Uhr, als ich nahe dem Ort des Geschehens ausstieg. Rein ins Getummel. Bedienungsnummer im Shop ziehen. Wie bitte? Noch 8 Nummern bis iPhone? Mittlerweile bedenklich unterzuckert wankte ich zur Warte-Insel und setzte mich, nuckelte an meinem faden Wasser und redete mir ein, dass ich ganz bestimmt nicht umkippe, bevor ich nicht mein iPhone in den Händen halte.

Die Nummern wechselten äusserst träge, die Uhr tickte dafür umso zackiger. Sprich, die Zeit wurde knapp und vor meinen Augen flimmerte es. Aber sowenig ich bereit war, meinen Diät-Erfolg mit einer Diät-Regelverletzung aufgrund eines Not-Kaufs aufs Spiel zu setzen, so wenig war ich bereit, mein iPhone auch nur einen Tag später abzuholen. Da nützt auch eine Portion Zen nichts mehr. Kurz vor 20 Uhr war es dann endlich so weit. Ich wankte leicht benommen zum Beratungsdesk und nach den üblichen Vorgängen war es meins. Mein iPhone.

Frag mich nicht, wie ich nach Hause gekommen bin. Frag mich nicht, wie ich es geschafft habe noch brav Gemüse zu rüsten und zu kochen. Frag mich nicht, ob ich die Zähne geputzt habe. Frag mich nicht, ob ich die Haustüre abgeschlossen habe. Aber eins weiss ich: Ich bin mit meinem neuen iPhone in der Hand glücklich lächelnd eingschlafen!

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2 thoughts

  1. Na dann: Willkommen im Club!

    /besswerwissermodus an/
    Das Gerät heisst übrigens iPhone, nicht i-phone, aber das kann einem Neuling schon mal passieren
    /besswerwissermodus aus/

    Ziel erreicht, oder? Steamer UND iPhone 🙂

    1. Ach Herr S. – wie genau meinste das mit i-phone und iPhone? Ist doch voll korrekt, ey? 😉
      OK-OK, ich habs korrigiert und Asche auf des Neulings Kopf geschüttet…. 🙂
      Ich hoffe, der iGuru verzeiht dem iNeuling…

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