Körbchen

Was soll ich sagen – Funktionalität siegt über Design. Praktisch muss es sein. Einmal mehr und schon wieder. Es könnte mich bedenklich stimmen. Aber nun gut – sei’s drum.

Es ist eigentlich ganz simpel. Sowohl das Problem, wie auch die Lösung. Wobei der irgendwie lächerliche aber doch zeitweise intensive (primär ego-interne) Imageschaden wohl noch Wochen an mir nagen wird.

Was ist passiert? Nun, ich habe für mein Stadtvelo ein Körbchen gekauft. Ja, ein Körbchen. Körb-chen. So ein praktisches, hässliches Gitter-Teil. Das klemmt man auf den Gepäckträger und muss fortan nicht mehr schwere Taschen an den Lenker hängen und gefährlich schwankende Fahrten überstehen. Man muss auch keine Taschen mehr auf den Gepäckträger klemmen und die ganze Zeit nach hinten fassen um festzustellen, ob die Ladung noch hält oder ob sie schon bedenklich schief in der Gegend hängt – was durchaus vorkommt, leider.

Also hat so ein Körbchen – abgesehen vom Image – eigentlich nur Vorteile. Dachte ich mir und kaufte eins. Nein, ich bin natürlich nicht extra ins Fachgeschäft gefahren, um ein Körbchen zu kaufen. Nein, nein. Es verhielt sich vielmehr so, dass Mann für sein edles Designerstadtvelo (natürlich stimmt dort Design UND Funktionalität) eine Klingel und Lichter brauchte. Und derweil Mann sich die besagten Utensilien zusammensuchte, schlenderte ich durch die Regale und mein Blick verharrte bei den Körbchen. Meine Gedanken schweiften zu oben erwähnten Problemen und schwups war das Körbchen gepackt. Alsbald war auch Richtung Mann verkündet, dass dieses Körbchen nun neu mein Körbchen ist. Für mein Stadtvelo. Weils praktisch ist. Mann meinte betont loker „Oooo-keeee“ – aber eigentlich schrie seine Mimik sein ganzes Elend über diesen Sieg der Funktionalität über Design heraus. Gesichtszüge können auch entgleiten, wenn sie nicht entgleiten.

Nun, die Vorteile. Prima. Tasche rein ins Körben und losgeflitzt. Naja, vor dem losflitzen muss man erst mal das eine Bein so hoch schwingen, dass es nicht am Körbchen hängenbleibt. Touché! Nach zwei Versuchen hat das dann auch geklappt. Mist, daran hatte ich nicht gedacht. Jedesmal einen halben doppelten Rittberger (oder was auch immer dieser unmenschlichen Bewegung näher kommt) hinlegen, wenn ich wohin radeln will? Naja, wir werden sehen…

körbli

2 thoughts

  1. Tipps von ÖV-Umsteigerin andersrum:
    Vergiss nicht DEIN Körbchen mit Kabelbinder o.ä. am Gepäckträger festzumachen – ansonsten das Wort DEIN bald der Vergangenheit angehört…

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