Umweltdingsbums

Ich trenne Papier und Karton. Ich bringe die Pet-Flaschen (wenn auch nicht immer flachgedrückt) in die Sammelstelle und entsorge das Glas mit männlich-knurrender Unterstützung sogar korrekt nach Farben. Ich sammle Batterien im Norm-Sammelsäckli und bringe sie zurück. Ich werfe den Abfall im Freien in den Abfalleimer und niemals auf den Boden. Ich vermeide wenn möglich den Kauf unnötiger Verpackungen. Ich lasse im Tram keine Zeitungen auf dem Sitz liegen. Ich kaufe mit Vorliebe heimische Bio-Produkte von glücklichen Bauern (glücklich weil Produkte teuer) und aus glücklichen Tieren und Pflanzen (weil eben glücklich bis zum bitteren Ende). Ich habe mein Auto verkauft und fahre primär öV und Velo. Wenns dann doch vier Räder sein müssen, miete ich ein Mobility-Auto. Ich wasche die Wäsche mit dem Eco-Sparprogramm. Hätte ich ein Haus, wäre es ein Minergie-Haus. Das ist es dann aber auch mit dem güldenen Umweltbewusstsein.

Denn ich heize sobald es kühl wird alle Räume meiner Wohnung bis ich warm genug habe (und das geht lange). Ich lasse das Licht auch in Räumen an, in denen ich mich nicht aufhalte – weil ich es einfach gerne mag, wenn Licht brennt. Ich trinke Nespresso-Kaffee. Ich lasse Akkaufladekabel und Elektrogeräte generell eingesteckt auch wenn ich sie nicht brauche. Grünabfall landet im Abfalleimer (ja sorry… ich wohne in der Stadt…). Duschen zieht sich je nach Gemütslage in die Länge. Ich lüfte auch mal durch, wenn die Heizungen an sind. Ich würde im Rahmen eines mentalen Schwächeanfalles sofort in ein (natürlich richtiges – also nicht jedes) Auto sitzen, wenn man es mir vor die Türe stellen würde. Ich trinke Wein aus Übersee. Ich lasse meine angegrauten Haare mit chemischen Mitteln in die Originalfarbe  zurückfärben. Ich fliege in die Ferien.

Eine Heillige bin ich also nicht – aber auch kein Umweltmonster. Ich bewege mich umweltmässig im gut schweizerischen Durchschnitt…

PS. Ob der gut schweizerische Durchschnitt in jedem Fall anstrebenswert ist, sei dahingestellt…