Mobility

Mein Umstieg von Auto zu öV/Mobility ist schon eine Ecke her und trotzdem habe ich Mobility erst zum zweiten Mal beansprucht. Nicht, weil ich es nicht gut finde – im Gegenteil. Aber es war bisher schlicht und einfach nicht nötig. Velo und öV (und ok, ab und an auch der Superflitzer von Herrn M.) reichen meistens vollkommen aus. Und daher erst jetzt meine zweite Berührung – und schon mache ich Mobility ein Geschenk. Eine edle Spende. Naja, nennt es ruhig einen Anfängerfehler…

Doch zurück. Ganz am Anfang stand die Buchung. Nach meiner ersten, etwas lahmen Erfahrung (sorry, aber das war eine Gurke, eine wirkliche „bei-Vollgas-bergauf-geht-grad-mal-60-Gurke“ einer unteren Kategorie) buchte ich die dritte Kategorie. Von unten, versteht sich. Ich übe mich ja in Bescheidenheit – finde ich zumindest…

Nun gut. Der Zustand des Autos brachte mich zum Schluss, dass nicht alle BenutzerInnen die gleiche Achtung vor fremdem Eigentum haben wie ich. Was mich allerdings nicht dazu bringen wird, künftig auf Mobility zu verzichten – im Gegenteil. Nun gut, nachdem ich alle Brösmeli vom Sitz gewischt, die Frontscheibe geputzt und vergeblich die Kofferraumabdeckung gesucht hatte konnte die Fahrt losgehen. Alles Prima. Mazda und ich freundeten uns rasch an, ein gutes Team. Fahren, fahren, fahren. Berge rauf, Berge runter, Geradeaus. Super.

Pieeeeps. Pieeeeeeeps. Erschrockener Blick auf das Bordcomputer-Display (dort steht alles, was wichtig ist – echt gut). „Bitte tanken“ stand da. Blick auf die Tankanzeige. Mhhhh, naja, so dramatisch sah das aber nicht aus. Aber gut, mein Bordcomputer hatte wohl seine Gründe. Und seine Erfahrungen. He’s the one.

„Falls keine Shell-Tankstelle in der Nähe ist, bitte Quittung einsenden“. So ähnlich lauteten die Anweisungen in den Unterlagen im Handschuhfach. Ja, Manno. Shell ist weit und breit nicht zu sehen. Also gut, Quittung geht ja auch. Warum die Tanköffnung bei allen fremden Autos immer auf der falschen Seite ist, ist wohl ein weit verbreitetes Phänomen. Nach dem zweiten Anlauf stand das Auto dann richtig. Bravo.

Kurzer Kampf mit dem Tankautomaten (ja, es war eine unbediente Tankstelle irgendwo in den Bergen), dann konnte das Tanken losgehen. Grosses Mädchen! Bloss, warum kommt da keine Quittung raus? Hey, ich brauche eine Quittung. Drück, drück, drück. Drüüüüüück – der Knopf schien gänzlich unbeeindruckt, der Automat spuckte keine Quittung aus. Na Bravo. Ich war kurz davor, mit den Füssen aufzustampfen.

Nachdem ich in meiner Jugend (fast) alle ???-Bücher gelesen und (fast) sämtliche McGyver-Sendungen gesehen hatte, wusste ich mir zu helfen. Handy zücken, Foto der Tanksäulenanzeige. Foto prüfen? Nö, die Sonne blendete zu sehr, da war nichts zu sehen. Dafür sah ich es dann später. Beziehungsweise sah es eben nicht. Nicht richtig zumindest. Echt schlechtes Foto. Vermutlich könnte man es bearbeiten, aufhellen oder so. Aber auch dann wäre nicht gewährleistet, dass ich ohne Quittung aber mit schlechtem Foto eine Rückerstattung bekomme.

Also, umdenken. Lösungsorientiert nennt man sowas in der modernen Welt. Gut – ich hab’s. Ich spende die rund 30 Franken an Mobility. Als Geschenk. Für die gute Sache. Oder als Teilspende für die Beschaffung einer neuen Kofferraumabdeckkung für meinen neuen Freund, den quietschroten Mazda 3…

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Frühere Artikel zum Thema:

http://berichtauszuerich.wordpress.com/2009/03/29/vom-auto-zum-ov/

http://berichtauszuerich.wordpress.com/2009/05/05/frau-w-goes-via/

http://berichtauszuerich.wordpress.com/2009/05/28/mein-erstes-mal/