Schweine-Impfung

Nun gibt es sie also, die Schweinegrippen-Impfung. Gut. Noch besser wären viele verschiedene, multifunktionale Schweine-Impfungen. Schwein im übertragenen Sinne, versteht sich.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Impfung gegen den „inneren Schweinehund“? Eine Impfung reicht für 137 mal „früher aufstehen, um Frühsport zu betreiben“. Und für 89 mal „doch noch gesund kochen, obwohl McDonalds um die Ecke liegt und die Sache schnell erledigt wäre“. Und für 67 mal „am Sonntag Nachmittag eine Runde an der frischen Luft drehen oder dem Patensohn einen Adventskalender basteln, anstatt auf dem Sofa festzukleben“. Die Kosten für diese Impfung werden von der Krankenkasse getragen, sofern eine Schweinezusatzversicherung abgeschlossen wurde.*

Möglich wäre auch eine Impfung gegen „schweinisch schlechte Manieren“. Eine Impfung reicht für 86 mal „nicht das Messer ablecken in einem Restaurant und den Ellenbogen beim Essen nicht auf den Tisch stützen“. Und für 91 mal „nicht öffentlich in der Nase bohren, den Poppel betrachten und laut schmatzend verschlingen“. Und auch für 53 mal „nicht an der Kasse in der Metzgerei vordrängen unter Einsatz eines eiskalten Blickes der töten würde, weil es um die Wurst geht“. Die Kosten werden vom WWF bezahlt, da gute Manieren doch irgendwie auch zur Rettung des Planeten beitragen.*

Oder wie wäre es mit einer Impfung gegen das „Verhalten unter jeder Sau“? Eine Impfung reicht für 77 mal „einem Velofahrer nicht den Weg abschneiden und ihm noch wüste Schimpfworte zurufen obwohl man selber schuld ist“. Und für 48 mal „nicht ins Tram drängen mittels wegschupsen alter Frauen am Gehstock und dabei mit dem Schätzeli telefonieren und die Bestellung fürs Abendessen aufgeben“. Und für 61 mal „die Hände dort lassen, wo sie sein sollen – zum Beispiel und pardon, Herr Hirschmann, nicht am Auslöser eines Fotoapparates“. Die Kosten für diese Impfung werden vom Club Saint Germain bezahlt, da man dort , so sagen es die Gerüchte, ab und an mal unter einer Sau zu liegen kommt.

Und last but not least eine Impfung gegen „schweinisch schlechte Ideen“. Eine Impfung reicht für 75 mal „keinen Facebook-Eintrag mit dem Inhalt Mir-ist-langweillig um 15h Nachmittags an einem Arbeitstag vorzunehmen“. Und für 55 mal „die Entscheidung treffen, dieses Paar Schuhe nun doch nicht zu kaufen, auch wenn die kleine Schlaufe etwas anders aussieht als bei den zwanzig Paar Schuhen, die schon zu Hause stehen“. Und für 89 mal „nicht noch Gas geben, wenn es schon dunkelorange ist und der Herr Polizei an der Ecke steht und einem erwartungsvoll beobachtet“. Die Kosten für diese Impfung werden vom Amt für geistiges Eigentum bezahlt, da manche schweinisch schlechten Ideen so einzigartig sind, dass sie schon fast wieder geschützt werden müssen.*

In diesem Sinne, Schwein auf und ab zur Impfung!

* Angaben ohne Gewähr.

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