Anfangen

Es war einmal… der Buchanfang. Der Anfang einer Geschichte. Der magische erste Satz. Die magischen ersten Worte. Der Anfang, welcher mitunter entscheidet, ob man das Buch liest oder wieder weglegt. Es gibt gute und schlechte Anfänge. Aber wer entscheidet schlussendlich darüber, was gut oder schlecht ist? Eben! Jeder einzelne Leser selber. Und der Moment, die Situation, die Umstände. Des einen Lieblingsanfang ist des anderen Grauen. Mein heutiger Lieblingsanfang purzelt morgen vielleicht schon wieder aus meinen top ten. So ist es. Und das ist gut so.

Ich finde anfangen einfach. Einfacher als weiterschreiben, wobei weiterschreiben fast so toll ist, wie anzufangen. Zumindest ist beides einfacher als abzuschliessen. Wobei abzuschliessen manchmal auch einfach ist. Egal. Anfänge einfach anfangen ist super. Da schiessen mir Ideen und Bilder und Geschichten in Sekundenschnelle durch den Kopf. Und weil ich Anfänge so liebe, fange ich einfach einmal mit ein paar Anfängen an. Vielleicht schreibe ich dann ja auch einmal den einen oder anderen weiter.

  • Plötzlich schoss ein Auto aus der Dunkelheit und Maggie erstarrte. Der Regen prasselte auf ihren Schirm und sie klammerte ihre Hand noch fester um den Griff. War der Moment nun tatsächlich gekommen? Sie hatten sie gewarnt.
  • Das Haus sah gross und stattlich aus. Ein typisches Vorstadthaus mit grosser Veranda und einem gepflegten Garten. Hier soll ich aufgewachsen sein? Ich erinnere mich einfach nicht, seufzte sie leise und schüttelte leicht den Kopf. Dann hob sie die Hand und drückte die Klingel.
  • Der rote Blumenstrauss war riesig und sah teuer aus – dabei hasste sie rote Blumen. Sie nahm den frischen Strauss und steckte ihn kopfüber in den Abfalleimer. Die Karte warf sie ungelesen dazu. Wenn die Blumen von ihm waren, wollte sie die Karte gar nicht lesen. Was aber, wenn nicht? Sie zögerte, nahm die Karte wieder aus dem Abfall, drehte sie langsam um und las den Text. Ihr blieb die Luft weg.
  • Fred sass da und wartete, er wartete schon seit Stunden. Er konnte gut warten. Ihm wurde nie langweillig. Wenn er wartete geschahen manchmal seltsame Dinge. Dinge, von denen er niemandem erzählte. Aber genau jetzt, jetzt geschah es wieder. Über Freds Gesicht huschte ein Lächeln.
  • Noch bevor sie ganz in den Raum getreten war, prallte die Duftwelle mit voller Wucht auf die wartenden Menschen. Dieses Parfum war grässlich, so grässlich wie sie selber. Der Fluchtreiz war gross. Aber Johan war fest entschlossen, dieses Mal durchzuhalten.
  • Ach, was für ein tolles Sofa, sagte Manuel. Irma dachte sich, dass dies eine reichlich unpassende Bemerkung war – aber was sollte er denn auch sagen, die Situation war ja alles andere als alltäglich. Auch sie hatte so etwas noch nie erlebt.

Ach, ich könnte ewig weiteranfangen. Versucht’s doch auch mal… macht echt Spass! Oder schickt mir einen Anfang und ich mache eine Story daraus. Oder drei Wörter für einen Anfang. Oder auch nur zwei. Oder eins…

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