Bett

Heute habe ich mein Bett nicht gemacht.

Richtig! Ich bin aufgestanden, liess die verwurstelte Bettdecke zurück und das war’s. Ja, mein Güte, Damen und Herren – das ist tatsächlich etwas aussergewöhnliches. Das ist schon so etwas wie eine kleine Revolution!

Ich mache mein Bett sonst immer. Ich gehe nicht aus dem Haus, ohne das Bett gemacht zu haben. Bett machen ist wie Zähne putzen. Oder duschen. Oder die Küche am Abend noch aufräumen. Das ist Teil des Plans. Ein gemachtes Bett steht für Ordnung und Struktur. Ist das Bett gemacht, ist das Leben in Ordnung. Rain Man weiss, was ich meine.

Aber heute, heute hatte ich keine Lust. Ich habe noch kurz über die Schulter geblickt und wusste: Heute mache ich mein Bett nicht. Ich stolzierte durch die Wohnung wie Che Guevara („seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche“) durch Kuba. Möglicherweise auch wie Pippi Langstrumpf („lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar“) durch Taka-Tuka-Land.

Egal. Vive la révolution!