Downtown Group(ies)

Es war kalt. Die Kälte frass sich durch die Schuhe, unerbittlich durfrostete sie Zehe um Zehe, umschlängelte die Knöchel und zog langsam die Beine hinauf. Aber sie schaffte es nicht bis zum Herzen. Denn dieses war erfüllt von Musik. Von guter Musik. Gute Musik von guten Musikern. Die standen Augenfunkensprühend und Instrumentebezaubernd auf der Bühne und sahen überhaupt nicht so aus, als ob sie kalt hätten. Die Freude an der Musik wärmte sie und die Wärme schwappte ins Publikum über. Direkt in die Herzen. Von mir, Herrn M. und dem Rest des Publikums. Bloss die Füsse blieben kalt (und die Hände des Tonmeisters – aber das ist eine andere Geschichte).

Grund der kalten Füsse und warmen Herzen war die CD-Taufe der neusten Downtown-Group-CD: „Ten minutes left“. Vom weltumarmenden „Let me entertain you“ über eine erfrischende Version von „For you“ bis zu hin zum rockigen „Summer of 69“ bietet das neuste CD-Baby der DTG ein breites Repertoire an Cover-Songs – die auch das eine oder andere Original in den Schatten zu stellen vermögen. Live noch besser, als auf CD.

Als urbanes Marketing-Tussi wurde ich allerdings von der Lokalität überrascht. Bei „Stadthalle Laufenburg“ bin ich im Vorfeld einzig wegen „Laufenburg“ stutzig geworden – sicherlich nicht wegen „Stadthalle“. Laufenburg, so sollte man wissen, liegt im Aargau. Ein hübsches Schlaf-Städtchen direkt am Rhein. Besiedelt und umzingelt von Tennissockenträgern und getunten Polos – so die landläufige Meinung, die ich jetzt mit einem Augenzwinkern einfach mal so stehen lasse. „Stadthalle“ in Kombination mit „Konzert“ tönte aber auch nach heiss und stickig – und so fiel meine Kleider- und Schuhauswahl entsprechend aus. Fluffig, luftig, frühlingshaft. Die dicke Daunenjacke wählte ich eigentlich nur, um den Weg vom Auto zur Stadthalle zu überbrücken – eine Wahl, die sich ein paar Stunden später als goldrichtig herausstellen sollte. Die Stadthalle nämlich ist eigentlich ein Holzschuppen, der im Sommer sicherlich seinen Reiz hat, im Winter aber mehr an das „alte Haus von Rocky Docky“ erinnert. Sprich, es war kalt und der Wind zog über die tanzende Menge hinweg.

Aber was soll’s. Da stand eine geniale Party-Band und wärmte die Herzen. Da waren die kalten Füsse schnell vergessen!

Ach, übrigens – diese Band ist für jede erdenkliche Art von Event buchbar, beherrscht den interkantonalen Dialog, muss nicht um 23 Uhr ins Bett, artikuliert sich verständlich, hüpft stets mit einem Lächeln auf den Lippen durch das Leben, darf auch als visuelle Freude bezeichnet werden und bringt Potzholzöpfelundzipfelchappe einfach gute Stimmung. Mit einer Auswahl von über 100 Songs aus den 70er, 80er und 90er Jahren – Lieder, die man kennt und die man mag.

Come in and find out: www.dtg.ch. Viel Spass!