1. Mai

Grenzenlose Solidarität, brüllt der Flaschenschmeisser und drängt einen Mitchaoten aus der sicheren Hausecke, um sich vor den Wasserwerfern zu schützen. Ich bin gegen die Globalisierung, sagt der Steinewerfer und beisst herzhaft in den Burger von McDonalds. Verlieren wir die Beherrschung, blökt die vermummte Gestalt mit erhobener Faust und surft auf seinem i-phone nach den aktuellsten Infos zur Demo. Nieder mit, äh, dem Kapitadingsbums schreit der jugendliche Mitläufer und hüpft auf seinen teuren Markenturnschuhen auf und ab. Scheiss Moneypulation murmelt der Mittevierziger und bastelt seelenruhig an seiner Kokslinie weiter, die er mit seiner UBS-Bankkarte zurechtbüschelt. Derweil schimpft der Familienvater mit dem blutenden Kind auf dem Arm darüber, dass er nicht damit gerechnet hat, dass die Demo in Gewaltexzessen endet. Der Vertreter des Komitee’s blickt stoisch in die TV-Kamera und sagt: Wir distanzieren uns klar von dieser Eskalation. Na dann viel Spass!