Opfer einer Pizzaschachtel

Wespen mögen uns, unseren Balkon und unser Essen. Das ist so. Definitiv. Ob in genau dieser Reihenfolge sei dahingestellt. Eine unserer Hauswespen, Fridolin, musste gestern seinen Hut nehmen. Sprich, er hat genervt und wurde erschlagen. Sepp und Ida ebenfalls – alle drei wurden Opfer einer zusammengefalteten Pizzaschachtel. Aufgrund mangelnder Alternativen wie Zeitung oder Fliegenklatsche, versteht sich. Fridolin, Sepp und Ida waren nicht gern gesehene aber geduldete Gäste. Sie nervten zwar und drängten sich in unpassenden Momenten auf – aber es war auch lustig zuzusehen, wie sie sich ein Stück vom Kuchen, nee,  Fleisch holten und dann schwer beladen in mehreren Runden langsam an Höhe gewannen und davon flogen. Gestern aber war es zuviel des Guten. Fridolin flog Ablenkungsmanöver um unsere Köpfe, während Ida und Sepp sich über das Fleisch hermachten. Fridolin übertrieb es und wurde verwarnt. Erst mit Worten. Dann mit scharfen Worten. Dann mit einer Ladung Antibrumm. Und weil er das irgendwie mochte, holte er sich ein paar Ladungen, bis er völlig ziellos kreuz und quer über den Tisch flog. Ida und Sepp fanden das wiederum spannend, liessen das sonst so geliebte Fleisch im Stich und holten sich auch ein paar Ladungen Antibrumm ab. Alle drei flogen voll geflasht ihre Runden, bevor sie sich dann noch intensiver und völlig von Sinnen wieder auf das Fleisch stürzten. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Eine genervte Frau. Ein genervter Mann. Eine Pizzaschachtel. Drei irre Wespen. Drei Schläge. Drei Leichen (die Wespen). Man merke: Wenn genug ist, ist genug…