Eiskunstfall

Die einen attakieren sich mit Eisenstangen, den anderen gefriert das Lächeln nach einem Sturz und wieder andere fliegen federleicht und sorglos über das blanke Eis. Die Mimik der Trainer am Eisfeldrand zeigt, wie arg ihre Schützlinge nach dem Wettkampf im Training wieder zu leiden haben werden. Denn die Zeichen müssen auf Sieg stehen, nicht auf Niederlage. Und Niederlage ist alles, was hinter dem 1. Platz kommt. Aber auch bei verpatzter Kür wird bei der Urteilsverkündung durch die Punkterichter tapfer in die Kameras gelächelt und den Fans zugewunken. Wie es danach aussieht, wenn sich die Unglücks-Eisheilligen in die Katakomben zurückziehen und ihre geschundenen Füsse aus den Schlittschuhen schälen, wenn die glitzernden Hüllen fallen und die Mimik ent(gl)eisen darf – das soll und will niemand sehen. Sehen wollen die Leute gut gestandene doppelte und dreifache Dingenskirchens und Freudentränen. Und sie wollen kleine Wunder erleben. So wie heute – wenn eine Eiskunstläuferin nach vielen Rückschlägen ihre Karriere als Europameisterin beendet…