Scheisserchen

Sonntag.
Länger schlafen.
Liegen bleiben.
Tagträumen.
Aufstehen.
Radio einschalten.
Duschen.
Kleider anziehen.
Kaffeemschine einschalten.
Müesli vorbereiten.
Schuhe anziehen.
Treppe runter.
Raus.
Über die Strasse.
Zeitungsautomat füttern.

Und jetzt nimmt die Geschichte eine unerwartete Wende.
Eigentlich wäre es so weitergegangen:

Zeitung auswählen.
Zeitung heimtragen.
Rein.
Treppe rauf.
Schuhe ausziehen.
Kaffee trinken.
Müesli essen.
Zeitung lesen.
Geniessen.

Es kommt aber so:

Ich wähle eine Zeitung per Knopfdruck, nehme das Geld in die Hand, führe meine Hand mit dem Geld zum Einwurf und PLATSCH. Uhh, nass, kalt. Scheisse! Auf meiner Hand. Ich ziehe meine Hand zurück und schaue angeekelt nach oben. Der Vogel wackelt noch ein Bisschen mit seinem Hintern, schaut uninteressiert durch mich hindurch und hüpft auf einen anderen Ast. Alles Gute kommt von oben, denkt er sich und zwitschert vor sich hin. Das gibts ja wohl nicht.

Also geht die Geschichte wie folgt weiter:

Beschissene Hand angeekelt weit von sich strecken.
Zeitung mit der anderen Hand auswählen.
Zeitung mit der anderen Hand heimtragen.
Rein.
Treppe rauf.
HÄNDE MINUTENLANG MIT DESINFEKTIONSSEIFE WASCHEN.
Schuhe ausziehen.
Kaffee trinken.
Müesli essen.
Zeitung lesen.
Geniessen.

Und schmunzeln.
Hat mich voll erwischt, das kleine Scheisserchen…