Meine erste Barbie

Leute –  ich habe eine coole Mutter!
Es trug sich folgende Geschichte zu, die das zu beweisen weiss:

Vor einiger Zeit brach bei mir das alte Barbie-Trauma auf. Eigentlich immer an Weihnachten. Die Erinnerungen an die doofe aber pädagogisch wertvolle Cindy-Puppe meiner Kindheit, welche die Barbie-Puppe ersetzen sollte, es aber nie tat. Dann weine ich jeweils ein bisschen und schreibe mir das Trauma von der Seele. So geschehen in meinem letzten Blog-Beitrag.

Meine Mutter also (die sich notabene vor einiger Zeit ein Mac-Book reingezogen hat und in Kürze ein iPhone4 in ihren Händen hält) surfte sich durch die Weltgeschichte und landete dabei auf meinem Blog. Und las. Von meinem Barbie-Trauma.

Einige Tage später traf ich meine Mutter zum Mittagessen. In einem netten, gepflegten Restaurant voller Business-Lunch-Menschen – und uns. Nachdem wir also in die steife Business-Zone eingedrungen und auch die einzigen waren, die sich zur Begrüssung geküsst hatten, fielen wir vermutlich auch durch unser Gekicher auf. Ja hallo – es gibt nun mal viel zu berichten. Und kichern ist Pflicht. Bei Müttern und Töchtern. Und überhaupt.

Irgendwann zauberte meine Mutter eine Tüte unter dem Tisch hervor.
Gross (und mit einem Bärchen drauf – das sei aber nur nebenbei erwähnt).
Mit einem Grinsen im Gesicht reichte sie mir die Tüte über den Tisch.
Ich in Gedanken so: Oh – nee, bin doch mit dem Zug unterwegs.
Laut: Oh, für mich?

Links und rechts kritische Blicke der Business-Menschen.
Hier gibt man sich keine grossen Tüten mit Bärchen drauf über den Tisch, Himmel!

In der Tüte ein Geschenk.
Eingepackt.
Rechteckig.
Weich.
Leicht.
Ich in Gedanken so: Ohhhhh, Gefahr*…
Laut (freudig): Woah, was ist das denn?
Meine Mutter grinste.

Ich zupfte das Geschenk aus der Tüte.
Löste die Klebestreifen.
Guckte vorsichtig hinter das Geschenkpapier.

OH MEIN GOTT.
EINE  B A R B I E !

(*keine Flauschisocken, Pudelmütze oder Handschuhe).

Ein Aufschrei des Entzückens und der absoluten Glückseligkeit durchdrang das Bussines-Restaurant.
Einige Sekunden herrschte Stille.
Die Köpfe drehten sich.
Die Augebrauen wurden hochgezogen.
Die Blicke sprachen Bände.
Dann wurden die Augen grösser.
EINE BARBIE.

Nun, nicht einfach EINE Barbie.
MEINE Barbie.
Meine ERSTE Barbie.
Mit 41 Jahren.

Der Rest ist schnell erzählt. Ich – immer noch fassungslos vor Glück – versuchte hektisch die Barbie aus der Plastikbox zu zerren. Doch sie war mit ungefähr tausend kleinen Plastikkabeln festgezurrt. Keine Chance. Unruhig rutschte ich auf meinem Stuhl hin und her. Kippte den Kaffee hektisch herunter. Verstand nur noch die Hälfte des Gespräches. Barbie, Barbie – eine Barbie.

Kaum zu Hause wurde Barbie befreit. Und nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fand auch schon das erste Fotoshooting statt. Barbie solo und mit ihren neuen Freunden (by the way: www.haekelschwein.de).

Leute – meine Mutter hat mir mit meinen mittlerweile 41 Jahren eine Barbie geschenkt. Eine absolut coole Reaktion auf einen augenzwinkernden Blog-Beitrag. Das ist grosses Kino. Und das Trauma? Das Trauma ist verpufft. Danke!

3 thoughts

  1. hast du aber ne coole mam! bin nicht neidisch, meine ist auch cool. bin grad zufällig auf deinem blog gelandet: prima schreibe, gefällt mir sehr!

    liebe grüße, katerwolf

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