Handstanding

Handstand ist wie Spagat, Kopfstand, auf Stelzen laufen oder einen Salto vom Sprungbrett beherrschen. Man kann es oder man kann es eben nicht. Man traut sich oder man traut sich eben nicht. Man hat die Begabung oder man hat sie eben nicht.

Die, die es konnten, waren cool – damals, auf dem Spielplatz und in der Schule. Und irgendwann gegen Ende der Pupertät (oder auch ein paar Jährchen später) ist das Thema dann gegessen. Uff – Glück gehabt, keiner fragt mehr danach und an Partys werden Flaschen- und sonstige Spiele wichtiger.

Jahre später folgt nochmals eine kritische Phase – die Kinder von Freunden, Brüdern und sonstigen Gestalten fragen danach. „Kannst du eigentlich den Handstand?“ oder „Zeigst du mir den Kopfstand?“. In dieser Phase reissen alte Wunden nochmals auf. Und nein, mein Kind, die Frau W.-Tante kann das nicht. Also, könnte schon…. aber der Rücken, mein Kind, der Rücken…

Ist diese kritische Phase überlebt, hat man dann eigentlich Ruhe. Bis die eigenen Kinder wieder Kinder haben und so weiter… (oder die schokoladenverschmierten Nachbarskinder – aber die zählen ja eh mehr zur ignorierungswürdigen Sorte der Nervzwerge).

Ich befinde mich ja persönlich in der Zwischenphase zwischen „kritische Phase“ und „kritische Phase überlebt“. Und was passiert jetzt? Ein Boom. Alle reden vom Handstand, also Handstanding. Alle machen ihn. Gestandene Männer und Frauen. Kinder, Grosseltern, Missen, Hunde – alle! Egal wo, egal wann. „Handstanding“ erobert die Welt und Welten, überwindet Grenzen und schweisst zusammen…  Ich ergebe mich. Ich freue mich sogar darüber (so lange ich nicht selber muss…). Und, oh ja – ich empfehle dringend den Besuch von www.handstanding.ch.

 

 

PS. Die blauen Flecken habe ich übrigens von einem spektakulären Sturz über die Felsen, beim Freeclimbing. Als ich zwei Steinböcken das Leben rettete und nebenbei noch bei einer Murmeltiergeburt half (als ich mit einer Hand am Felsen hing). Auf keinen Fall, ich wiederhole, auf keinen Fall vom Versuch, den Handstand zu üben…