Fünf Wochen!

Diesen Sommer erwarten mich ganze fünf Ferienwochen. So lange Ferien am Stück hatte ich schon seit der Schulzeit nicht mehr. Viele Ideen kamen und gingen wieder. Sprachurlaub in Vancouver. Rucksacktour durch Schweden. Cottage-Urlaub in Irland. Auf einer Alp ein Buch schreiben. Velotour an der Ostseeküste. Ich und ich. Suchen und finden.

Bald schon stand fest, dass ich in dieser Zeit zwar einen Rahmen aber keine fixe Struktur will. Struktur habe ich hier tagtäglich. Innerhalb dieser fünf Wochen möchte ich das tun, worauf ich Lust habe. Spontan sein. Dieser Begriff ist durchaus dehnbar – spontan kann auch eine Planung ein paar Tage im Voraus bedeuten. Also fällt ein Sprachurlaub schon mal weg. Ich will aufstehen und ins Bett gehen, wann ich will und nicht, wann ich soll. Ich will aktiv oder faul sein, wie es mir beliebt. Ich will je nach Befinden alleine sein oder Menschen treffen. Diese fünf Wochen sind für mich.  Und doch, so ganz planlos geht es nicht – das entspricht mir nicht, dazu kenne ich mich zu gut. Auf die richtige Mischung kommt es an. Ein Anfang soll her. Und ein Rahmen.

Zwei Ideen kommen immer wieder zu mir zurück:

a) Wandern von A nach B. Mein Rucksack und ich. Eine der nationalen Wanderrouten – zum Beispiel den Jakobsweg Graubünden von Müstair nach Amsteg (eher wandern, nicht pilgern). Oder den Spuren meines Lebens entlang – von Basel via Zürich in meine zweite Heimat die Lenzerheide.  Egal, einfach wandern. Von links nach rechts. Von oben nach unten. Wandern. Laufen. Suchen. Finden. Ankommen.

b) Velo fahren von A nach B. Mein Bike und ich. Eine der nationalen Velorouten – zum Beispiel die Rhein-Route von Andermatt nach Basel. Oder eine Veloreise kreuz und quer durch die Schweiz. Egal, einfach velofahren. Von links nach rechts. Von oben nach unten. Velo fahren. Strampeln. Suchen. Finden. Ankommen.

Ich habe mich also erst einmal entschieden, in der Schweiz zu bleiben.  Denn das, wonach ich suche, finde ich auch in der Schweiz. Oder besser gesagt in mir. Nur in mir. Nicht, dass es wahnsinnig viel zu suchen gäbe.  Aber genug viel, damit es sich zu finden lohnt. Wie auch immer, die fünf Wochen kommen zu einem guten Zeitpunkt.

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Aktuell gefällt mir die Idee mit der Veloreise sehr gut. Aber so eine normale, vorgegebene Veloreise wäre ja langweilig. Ich fahre also einfach mal los und plane die Route nur sehr lose (zum Beispiel von Chur via Luzern, Interlaken, Bern und Aarau nach Basel). Was das Rad und ich halt so hergeben. Vielleicht bleibe ich auch einmal ein, zwei Tage an einem Ort oder fahre ab und an ein Stück mit der Bahn oder dem Schiff. Vielleicht bin ich zwei Wochen unterwegs, vielleicht auch drei, vier oder fünf. Übernachten werde ich in Hotels. Egal ob gross oder klein – velofreundlich müssen die sein und W-Lan sollten sie haben… Das Ding heisst dann Tweloreise oder so ähnlich. Tweloreise darum, weil ich bestimmt auf Twitter darüber berichten werde. Und auch weil ich vorhabe, einige Twitter-Gspändli (und weitere Bekannte und Freunde) geografisch anzufahren. Dort bekomme ich dann neben netten Gesprächen bestimmt auch einen Kaffee. Oder ein Käsebrot. Verbinden könnte ich es zudem mit den TwiNas. Nicht, dass ich mit einer blauen Nase durch die Schweiz fahren würde (das ist schon atemtechnisch keine Option) aber bei den TwiNas kann man ja auf freiwilliger Basis Geld für die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe spenden. Und das könnte ich irgendwie verbinden. Mir gefällt diese Idee.

Die Wochen ziehen ins Land und es fühlt sich gut an, eine Idee aber noch keinen fixen Plan zu haben. Vielleicht steige ich dann ja auch einfach mit meinem Rucksack in den Zug oder nehme den fünften Flug auf der Abflugtafel. Oder es packt mich in ein paar Wochen und ich plane alles total durch. Wir werden sehen…

3 thoughts

  1. Für die Veloreise haste eine Übernachtungsmöglichkeit bei uns …. und Brotherli würde dich ein Stückchen begleiten …..

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