Die #Tweloreise und der innere Schweinehund

Meine #Tweloreise rückt näher und ich freue mich enorm darauf. Es fühlt sich gut an, dass so viele Dinge noch unklar sind. Zum Beispiel, ob ich auf der Lenzerheide oder in Zürich starte, wo ich durchfahre und wie lange ich unterwegs sein werde. Ich habe noch keine Ahnung, wen ich von den Doodle-Menschen alles treffen werde. Ich weiss noch nicht einmal, wann ich überhaupt losfahre. Und das ist gut so, denn ich möchte mich zu nichts verpflichten. Ich habe Ferien. Ich habe Zeit. Und ich werde nach Lust und Laune agieren.

Und doch. So sehr sich das nach grenzenloser Freiheit und entsprechend gut anfühlt – es gibt sie, diese ganz kurzen Momente der Unsicherheit. Dann macht es sich mein innerer Schweinehund auf meiner Schulter bequem und hechelt eine ganze Liste negativer Punkte, Gefahren und Erschwernisse herunter.

Vielleicht ist das Wetter einfach nur schlecht und ich radle durchnässt und mit klammen Fingern durch graue Landschaften. Was, wenn sich auf einer einsamen Strecke ein nicht lösbarer technischer Defekt einstellt und kein Handyempfang da ist? Vielleicht sind die Hotels in den verschiedenen Orten ausgebucht oder in den Velotransport-Abteilen im Zug gibt es keinen Platz mehr. Wie soll ein Mensch, der erst ein paar Monate wieder trainieren kann so eine Tour eigentlich überstehen? Und überhaupt – soll ich nicht doch viel lieber alles durchplanen, die Strecken festlegen, Hotels buchen, die Langzeitwetterprognose checken, Treffen fix vereinbaren, Begleitung für die einzelnen Strecken organisieren, Nachschubpakete deponieren…? Und ich frage mich auch, wie ich auf der Tour mit dieser grenzenlosen Freiheit umgehen werde. Wäre es nicht viel einfacher zu wissen, was auf einem zukommt?

„Planung gibt Struktur und Sicherheit, das ist nicht zu unterschätzen!“ brüllt der innere Schweinehund laut und kratzt sich mit unschuldigem Blick hinter dem Ohr. „Halt die Schnauze“, brülle ich zurück.

Mein innerer Schweinehund ist clever und er kann ganz schön fies sein. Er kennt mich eben gut und weiss, wo er ansetzen muss. Ich kenne ihn aber auch. Und ich habe meine Taktik, mit ihm umzugehen. Ich habe ihn angenommen – er darf existieren und ich höre ihm sogar ab und an zu. Aber er bekommt keine Handlungsvollmacht, keine Stimmenmehrheit und schon gar keine regelmässige Audienz. Und zu guter Letzt bekommt er auch keinen Namen und heisst immer noch total unspektakulär „innerer Schweinehund“.

„Wäre ja schon ganz toll, einen Namen zu haben und wichtig zu sein!“ brülle ich laut und kratze mich mit unschuldigem Blick hinter dem Ohr. „Halt die Schnauze“, brüllt er zurück.

Und ich lehne mich grinsend zurück, lasse die Gedanken fliegen und freue mich auf meine #Tweloreise.

bikelifeis

Bild: Fotografiert bei Not guilty

Kommentare sind geschlossen.