Die Tage 2 und 3 der #Tweloreise

Nach einer herrlich erholsamen Nacht genoss ich am zweiten Tag meiner #Tweloreise das Frühstücksbuffet im Hotel Castell und noch ein letztes Mal den herrlichen Ausblick ins Tal. Einmal einatmen, tausendfach Energie tanken. Engadin pur. Beim Check-out erklärte man mir noch den besten Weg nach Zernez und los gings. Ich flitzte den Hang hinunter und folgte den Velowegweisern. Die Beschilderung ist wirklich gut und es gab nur wenige Ausnahmen, bei denen ich eine Abzweigung verpasste und eine Schlaufe fahren musste. Nachdem die Route am ersten Tag eher harmlos war, gestaltete sich dieser Teil der Strecke etwas anspruchsvoller. Hoch und runter im kurzen Wechsel. Kaum ausser Puste gings wieder bergab und kaum ein bisschen erholt gings wieder bergauf. Elektrobikes überholten mich bergauf, ich sie bergab. Man gönnt sich ja sonst nichts…  Auf jeden Fall spürte ich Beine und Lunge und meine Trinkflasche leerte sich zusehends. Die Landschaft war wunderschön und ich stoppte ab und an, um einfach zu schauen und zu geniessen. Bei der Pause in Zernez entschloss ich mich kurzum, nicht nach Scuol sondern nach Davos weiterzureisen. Flugs googelte ich „Davos/Hotel/Bike“ und fand das Hotel Grischa, was sich als Glücksfall herausstellen sollte. Für die Reise nach Davos gab es mehrere Möglichkeiten. Mit dem Bike über den Flüela-Pass? Das traute ich mir (noch) nicht zu. Also mit dem Postauto über den Flüela-Pass oder mit dem Zug via Vereina-Tunnel/Klosters. Ich entschloss mich für das Postauto und begab mich zum Verkaufsschalter.

Ich: Grüezi, bitte ein Postauto-Ticket nach Davos, mit einem Velo.
Er: Postauto?
Ich: Ja, gerne.
Er: Haben Sie einen Velo-Platz reserviert?
Ich: Oh, nein – muss ich das?
Er: Nein, aber besser wäre es schon.
Ich: Aha…
Er: Vielleicht hats ja keinen Platz.
Ich: Aber vielleicht hats ja auch Platz…
Er: Möglich.
Ich: Was empfehlen Sie mir?
Er: Das müssen Sie wissen.
Ich: Dann das Postauto.
Er: Das hat aber vielleicht keinen Platz.
Ich: Ähm…
Er: Meinetwegen können Sie schon das Postauto nehmen…
Ich: Aber?
Er: Mit dem Zug ist besser.
Ich: Aha. Warum? Da muss ich ja umsteigen…
Er: Ist aber trotzdem besser.
Ich: Na dann…
Er: Also Zug?
Ich: Ja, gerne.
Er: Der nächste hat Verspätung.
Ich: Und das bedeutet…?
Er: Sie könnten vielleicht den Anschluss nach Klosters verpassen…
Ich: Aha….
Er: Aber vermutlich reicht es doch.
Ich: Gut…

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich nahm den Zug und der hatte tatsächlich Verspätung. Auf der Fahrt im grosszügigen Velobahnwagen unterhielt ich mich mit Händen und Füssen mit einer Italienerin, die auch mit dem Bike unterwegs war. Nur dank einer doppelten Hechtrolle erwischte ich den Anschlusszug nach Klosters und musste so keine Stunde auf die Weiterfahrt warten.

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Den letzten Teil der Strecke nach Davos legte ich dann wieder mit dem Bike zurück. Im Hotel Grischa angekommen staunte ich. Es gab einen Bike-Waschplatz, einen Bike-Keller mit einer kleinen Werkstatt und beim Check-in wurde mir eine schier endlose Liste an Services für Biker aufgezählt. Gratis Velowäsche-Service, Getränkeflasche-Auffüllservice beim Frühstücksbuffet, Powerriegel im Zimmer, Routen-Beratung… Mein Bike-Herz pocherte glücklich unter den verschwitzten Bike-Kleidern. Auch das Zimmer überraschte mich positiv. Oft sind Einzelzimmer ziemlich unattraktiv und klein. Dieses hier war zwar auch klein aber modern, geschmackvoll eingerichtet und es gab sogar einen Balkon. Nicht nur mein Bikeherz war hocherfreut, auch mein Social Media-Herz wurde gehätschelt. Genügend gut erreichbare Steckdosen, einen Media-Hub mit verschiedenen Anschlüssen sowie natürlich überall gratis W-Lan.

Etwas später schlenderte ich zufrieden durch Davos. Als ich beim Abendessen die Wettervorhersagen prüfte, entschloss ich mich spontan, einen Tag anzuhängen und dem angekündigten Regen im Unterland noch etwas zu entfliehen. Gesagt, getan und heute dann, am Tag 3 meiner #Tweloreise, machte ich eine wunderschöne Ausfahrt ins Sertig-Tal. Zuvor hatte ich mich noch kurz über Twitter bei Davos-Klosters-Tourismus nach dem Wetter erkundigt und umgehend Antwort erhalten. Mich erwartete eine atemberaubende Berglandschaft und schönes Wetter – ich jauchzte innerlich. Am frühen Nachmittag bereits wieder zurück, trank ich mich dann durch das Kaffeesortiment bei Kaffee-Klatsch (leider funktionierte das W-Lan nicht…) und heute Abend werde ich müde aber zufrieden ins sehr bequeme Hotelbett sinken.

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Morgen geht es weiter nach Bad Ragaz. Danke an @samsteiner für den Tipp mit Tabitha – und auch an alle anderen, die meine #Followerpower-Anfrage über Twitter beantwortet oder weitergeleitet haben. In Bad Ragaz werde ich Freunde zum Abendessen treffen und bei Heidiland-Tourismus vorbeischauen, wo mich gemäss @TabithaForrer  ein kleines Souvenier erwartet. Ich bin gespannt und freue mich auf den morgigen Tag!