Die Tage 5 und 6 der #Tweloreise

Im Frühstücksraum bellten sich zwei Hunde an. Die eine Hundehalterin blickte immer wieder entschuldigend in die Runde und verschlang hastig ihr Müesli. Der andere Hundehalter übte sich darin, gleichgültig zu blicken und ab und an ein leises „schhhh schhhh“ Richtung seines Hundes loszuschicken. Ein älteres Ehepaar las sich gegenseitig verschiedene Artikel aus der Zeitung vor. Eine ziemlich fit wirkende junge Frau redete auf eine ziemlich nicht fit wirkende ältere Frau ein. Ein Bauarbeiter blickte immer wieder neugierig von der gegenüberliegenden Baustelle in den Frühstücksraum. Und ich betrachtete die Szenerie und fand es einfach nur spannend. Welche Geschichten steckten wohl hinter diesen so verschiedenen Menschen?

Eilig hatte ich es nicht, denn das Wetter war regnerisch. Wo sollte ich durchfahren? Wie ursprünglich vorgesehen Richtung Walensee/Zürichsee oder doch in die Ostschweiz? Oder etwa einen Schlenker über die Lenzerheide und dort das „Bike Attack“ besuchen? Wenn ich das tat, konnte ich auf dem Weg Freunde in Chur treffen und zudem am Weekend Zeit mit meinem Partner verbringen. Und ich konnte das Päckli von Brack abholen, welches durch einen wir-verhauen-den-Nachsendeauftrag-nun-zum-vierten-Mal-in-Folge-Fehler der Post nicht rechtzeitig per Start der #Tweloreise eingetroffen war. Und da ich ja auf meiner #Tweloreise bekanntlich „alles kann aber nichts muss“, entschied ich mich für den Sprung auf die Lenzerheide zurück, bevor ich dann am Sonntag Richtung Zürichsee und später Richtung Zug fahren wollte. Voller Vorfreude packte ich meine sieben Sachen zusammen. Das System mit den verschiedenen Beuteln bewährt sich übrigens prima und ermöglicht einen guten Überblick. Transa und Veloplus sei Dank.

Also los, tschüss Heidiland! Den Weg von Bad Ragaz nach Landquart kannte ich ja bereits in umgekehrter Richtung. Nach ungefähr zehn Kilometern fing es an zu regnen und nach fünfzehn Kilometern regnete es dann so richtig. Flugs unter einer Brücke die Regenkleider übergeworfen und die Lichter montiert fuhr ich weiter. Über Felder, durch Industriequartiere und hübsche Wäldchen und dann war ich auch schon in Chur. Nass aber zufrieden fuhr ich bei den Freunden ein und wurde sogleich wundervoll verpflegt. Fasziniert beobachtete ich, wie zufrieden, nicht wertend und ohne jegliches Zeitgefühl ein Kleinkind isst. Zehn Minuten für ein Hörnli (Teigwaren, Anm. der Red.) und die Welt ist sowas von in Ordnung. Schön zu beobachten.

Bei einem Teil des restlichen Weges half mir der Bus und pünktlich zum nächsten Regenschauer sass ich wieder auf dem Bike und nahm die restlichen Kilometer in Angriff. Auf der Poststelle holte ich dann endlich das lange erwartete Paket von Brack ab. Der Postbeamte erinnerte sich an meine Geschichte um die erneut misslungene Nachsendeaktion der Post und wir kamen ins Gespräch. Noch auf der Poststelle öffnete ich daher das Paket (geteilte Freude ist gute Freude) und zog mit leuchtenden Augen den supermegacoolen Xtorm Power Bank (ein externer Akku) heraus, der vor Kürze bei Daydeal im Angebot gewesen war. An dieser Stelle herzlichen Dank an Markus und Daniel von Brack für die grosszügige Geste!

Am Abend traf ich dann noch spontan und natürlich über Twitter organisiert Marie-Christine auf ein Glas Wein, was ein schöner Ausklang eines weiteren spannenden #Tweloreise-Tages war.

IMG_2650

Tag 6 stand dann ganz im Zeichen des süssen Nichtstuns, bzw. des süssen Zuschauens. Beim 12h Bike-Race und bei den Qualifikationen für das Bike Attack-Rennen von Sonntag. So verbrachte ich den Tag voll im Thema Bike und der #Tweloreise und bin doch keinen Meter selber gefahren. Weil ich alles kann und nichts muss.

image

Am Abend genossen wir dann im zum Kurhaus Lenzerheide gehördenden Restaurant Corner ein feines Abendessen. Und als Krönung des Tages erhielt ich, dank freundlicher Unterstützung unseres Lieblings-Staff-Mitgliedes Michi, das wirklich megacoole Kurhaus-Säcklli, welches auf gutem Weg dazu ist, Kultstatus zu erreichen – zu beobachten auf der Facebook-Seite. Ich freue mich natürlich darauf, das Säcklli einzuweihen!

image