Faszination «Lachen»

Wusstet ihr, dass ein Erwachsener ungefähr 15-mal am Tag lacht – ein Kind aber über 400-mal? Und dass die tägliche Lachdauer eines Erwachsenen seit den fünfziger Jahren weit über die Hälfte abgenommen hat? Dabei ist Lachen auf vielen Ebenen gut für uns.

Die «Gelotologie», begründet durch den Psychiater William F. Fry, ist die «Wissenschaft der Auswirkungen des Lachens» und untersucht dessen physische und psychische Faktoren. Viele der Erkenntnisse sind statistisch nicht abgesichert, erscheinen mir jedoch einleuchtend und verständlich.

Fest steht, dass Lachen an sich ein komplexer neuronaler Vorgang ist und echtes Lachen auch nicht bewusst gesteuert werden kann. Nachdenklich stimmt mich, dass es rund 18 verschiedene Arten von Lächeln gibt und nur eine einzige Variante davon für spontanes und ehrliches Vergnügen steht. Denn wir lachen und lächeln zum Beispiel auch, wenn wir unsicher und nervös sind, Angst haben oder aggressiv sind. Erkennbar ist das «unechte» Lächeln anscheinend an der leichten Asymmetrie der Mundwinkel – sie ziehen sich nicht gleichzeitig nach oben. Das «echte» Lächeln beginnt gemäss Verhaltensforschung immer symmetrisch und ist mit den Krähenfüsschen um die Augen verbunden.

Spannende Einblicke gibt dieser Bericht:

Ich bin überzeugt davon, dass echtes Lachen viele positive seelische und körperliche Auswirkungen hat. Immerhin sollen beim Lachen auch Endorphine ausgeschüttet werden. Von Clowns besuchten Kindern im Krankenhaus tut das Lachen offensichtlich gut. Und Lachen löst auch zwischenmenschlich schwierige Situationen auf. Natürlich kann Lachen auch manipulativ eingesetzt werden. Die Lachkonserven in amerikanischen Fernsehsendungen finde ich grauenvoll, trotzdem stecken die Lacher teilweise an. Und ich kann mir vorstellen, dass es nicht einfach ist, in gewissen Dienstleistungs-Berufen den ganzen Tag ohne genügend Pausen lächeln zu müssen.

Lachen ist Kommunikation. Lachen ist universell. Und Lachen verbindet die Menschen miteinander. Lachen soll aber auch freiwillig sein und von Herzen kommen.

Ich umgebe mich gerne mit Lachen. Mit echtem Lachen. Es tut mir gut und ohne würde ich verkümmern.  Ich habe jedoch kein Bedürfnis ein Lachseminar oder einen Lachyogakurs zu besuchen. Es gibt übrigens sogar einen Weltlachtag. Und schlussendlich basieren auch die Twitternasen (kurz TwiNas) auf dem Thema Lachen. Die aus einem simplen Tweet von mir entstandenen TwiNas treffen sich sei über einem Jahr regelmässig in Zürich und ziehen gemeinsam durch die Stadt, um den Mitmenschen ein Lächeln zu schenken.

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Ein indisches Sprichwort sagt: Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück. Lasst uns die Statistik aktiv verändern und mehr echtes Lachen zurück in unser Leben bringen!

6 thoughts

  1. Pingback: 30 Tage | Frau W.
  2. Die Energie, die es „kostet“, ein Lächeln auszusenden steht in keinem Verhältnis zur Energie, die dadurch zurückkommt.

    Aber wie Du geschrieben hast, kann echtes Lachen nicht gesteuert werden: das Umfeld muss stimmen – in der heutigen Zeit, egal ob in Beruf, Familie oder Gesellschaft, wo überall nur Leistung verlangt wird, ist dieses leider nicht immer anzutreffen.

    Glücklich sei der, der in ein solches System eintauchen kann. Ich freu mich schon auf den nächsten Tauchgang.

    1. Gerade in der heutigen Zeit finde ich es wichtig, sich Raum dafür zu nehmen – und zu geben. Für sich selber und für sein Umfeld. Ich wünsche dir viele gute Tauchgänge 😉

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