La Patata 2.0

Das «La Patata» ist ein Restaurant auf der Lenzerheide. Für uns war und ist es aber nicht irgend ein Restaurant. Im Zusammenspiel mit unserer Lieblings-Weinbar «Cantina Brancaia», welche direkt unter dem Restaurant liegt, waren wir seit vielen Jahren gerne und oft dort. Weil es uns schmeckte, weil wir die Gastgeber Marco und Brigitte gut mochten und weil das Gesamtpaket einfach stimmte. Es steckte viel Herzblut und Engagement in dem Lokal – und das spürte man. Das Schicksal sieht aber manchmal andere Wege vor und so kam es, dass Marco Anfangs Jahr bei einem Lawinenunglück sein Leben verlor. Was uns damals fassungslos machte und heute noch macht.

Die Wochen und Monate zogen ins Land. Die Türen und Fenster blieben verschlossen. Die Anteilnahme war riesig und echt. Überall wurde rege diskutiert – nicht nur über die Zukunft des Restaurants. Es fanden auch viele gute Gespräche über die Endlichkeit des Lebens und den Umgang damit statt. Manch nachdenklicher Moment entstand daraus aber auch manch fröhlicher. Patrizio, die gute Seele der «Cantina Brancaia» hielt die Stellung und bewirtete die Gäste gewohnt zuvorkommend. Er beantwortete die vielen Fragen der Leute mit Feingefühl und Respekt vor der Trauerfamilie.

Und dann war nach langen Monaten der Moment da. Als Teil der «Guarda Val»-Familie öffnete das «La Patata» im September seine Tore wieder. Wir nutzten die Gelegenheit zu einem Besuch und unterhielten uns nach dem Essen mit dem neuen Restaurantleiter Frank Schulze. Wir sprachen darüber, wie anspruchsvoll es ist, ein solches Erbe anzutreten. Was es ausmacht, ein guter Gastgeber zu sein. Und über Stammgäste, Erwartungen und die Zukunft. Ziel von Frank Schulze und seinem Team ist es, die Tradition des «La Patata» fortzuführen. Das Personal, die Lieferanten, die Speise- und Weinkarte – nahezu alles wird übernommen und etwelche Änderungen werden mit viel Fingerspitzengefühl angegangen.

Wir werden sehen, wie es sich einspielt und ob es sich bewährt, das bestehende Konzept zu übernehmen. Für uns fühlte es sich gut und richtig an. Es ist schön, wieder im Restaurant zu sitzen, den Blick im Lokal schweifen zu lassen, in der vertrauten Speisekarte zu stöbern und das vorzügliche Essen zu geniessen. Wir wünschen dem «La Patata» viel Erfolg und freuen uns schon jetzt auf den nächsten Besuch!

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4 thoughts

  1. Das ‚La Patata‘ kenn ich (noch) nicht. Aber beim Lesen des Beitrags kam mir eine Bar in Zürich in den Sinn: die Olé Olé Bar (@oleolebar) – zwar ist der Grund für die Stilllegung nicht ganz so tragisch, aber das Erbe, welches die 3 neuen Ladies angetreten haben, nicht minder herausfordernd. Und der Ansatz der Weiterführung ist ziemlich ähnlich: 90% des Mobiliars wurden übernommen. Der Groove beibehalten. Änderungen sehr subtil eingeführt. So dass es auch heute an der Langstrasse noch einen Ort gibt, an dem man entspannt ein Feierabendbier geniessen und spannende Gespräche führen kann, ohne dass einem die Musik gleich zudröhnt.

  2. ich habe ein bisschen wehmütig „la patata“ gegoogelt und bin auf diese seite gekommen. es ist wunderbar geschrieben und hat meiner seele gut getan. Vielen dank . brigitte vitali

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