«United Breaks Guitars»

Der kanadische Musiker Dave Carroll begab sich 2008 mit seiner Band Sons of Maxwell auf eine Flugreise und musste im Flugzeug sitzend mitansehen, wie seine teure Gitarre beim Gepäckverlad beschädigt wurde. Über einen längeren Zeitraum hinweg versuchte er erfolglos, den Schaden von United Airlines ersetzt zu bekommen, wurde aber immer nur vertröstet. Daraufhin produzierte er eigens einen Song inklusive Video – weitere sollten folgen. United reagierte zwar umgehend, der Imageschaden war aber nicht mehr abzuwenden. Sogar ein Einbruch des Börsenkures von United wurde damals damit in Zusammenhang gebracht. Innert Kürze erreichte das  Video grosse Berühmtheit und verzeichnet bis heute über 13.6 Millionen Views auf YouTube.

Als die Geschichte diese Woche in einem Seminar durch Torsten Panzer wieder aufgegriffen wurde, erinnerte ich mich daran und befasste ich mich noch einmal näher damit.

Erstaunlich, was damals alles ausgelöst wurde. Neben einem eigenen Wikipedia-Eintrag gibt es unzählige Medienberichte, Blogbeiträge und Vorträge. Dave Carroll schrieb sogar ein Buch über das Erlebte. Seine damals fast eingeschlafene Karriere bekam wieder Aufwind und er produzierte noch weitere Songs und Videos zum Thema. Der Hersteller der Gitarre, Taylor Guitars, stellte ebenfalls ein Video ins Netz. Immer wieder wird die Geschichte aufgegriffen, die letzten Kommentare auf YouTube sind noch nicht mal einen Tag alt. United lenkte irgendwann ein und wollte den Schaden ersetzen. Carroll verzichtete aber und bat United, das Geld zu spenden. United informierte dann auch noch, dass sie das Video zur Mitarbeiterschulung einsetzen wollten, um solche Vorkommnisse künftig zu verhindern. Wie schön!

Die Geschichte wird heute noch in unzähligen Social Media-Vorträgen aufgegriffen, weil sie die Kraft und Auswirkungen aufzeigt, die durch einen einzelnen Protagonisten ausgelöst werden können. Dave Carroll profitierte von den Folgen. Ob sie United mittel- und längerfristig wirtschaftlich geschadet hat, wage ich allerdings zu bezweifeln. Den Spott für United stelle ich jedoch nicht in Frage – dieser ist der Airline noch Jahre später sicher.

3 thoughts

    1. Ausschlaggebend für die Aufmerksamkeit war wohl eher das Video inkl. dem ganzen Drumherum als sein Bekanntheitsgrad. Sonst hätte er vorher nicht monatelang vergeblich versucht, Entschädigung zu bekommen. Deine Chancen wären also intakt… 😉

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