Helm-Wellen

Letzte Woche bloggte ich über das Thema «Fahrrad-Helm». Dabei stieg ich ganz bewusst mit einem klaren Statement ein:

Ohne meinen Helm fahre ich nicht Fahrrad. Keinen Helm zu tragen halte ich für kurzsichtig, bequem und töricht.

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Entlang meiner persönlichen Meinung blickte ich auf die lange zurückliegende Einführung der Motorrad-Helmtragepflicht und der Gurtenpflicht im Auto zurück, zog Vergleiche zu den verschiedenen Meinungen und zu anderen Ländern, ging kurz auf das Thema Kopfverletzungen ein, wies auf Informationsquellen hin und liess auch meinem subjektiven Nasenrümpfen gegenüber Soft-Argumenten wie «Freiheit & Frisur» kurz Raum. Ich äusserte mich klar dazu, dass ich niemanden zum Helmtragen überreden will, jeder für sich selber verantwortlich ist und plädierte primär für mehr Eigenverantwortung.

Die ersten Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Zustimmung und Ablehnung strömten gleichermassen herein. Hinterlegt mit unzähligen eigenen Erfahrungen und Interpretationen der Situation. Starke Meinungen wurden vertreten, viele Emotionen kochten auf und klare aber auch sich widersprechende Aussagen fanden ihren Weg. Es entstanden spannende Diskussionen auf einer konstruktiven und guten Ebene. Dies sowohl auf meinem Blog, wie auch auf weiteren Social Media-Plattformen bis hin zum Mittagstisch bei der Arbeit. Auch im Blog von Veloplus wurde das Thema aufgenommen.

 

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Es ging nicht lange und die Diskussion konzentrierte sich auf das Thema «Helmpflicht». Erstaunlich, wie ich finde. Da werden bei den Gegnern und Befürwortern akribisch Argumente gesammelt, analysiert und seziert. Unglaublich, wieviel Energie dafür aufgewendet wird. Und wie dankbar, dachte ich mir, denn so rückt das eigentlich simple Thema des «freiwilligen Helmtragens» in den Hintergrund. Das Thema Fahrradhelm als Brücke für Grundsatzdiskussionen um Leben, Freiheit und Eigenständigkeit.

Ich finde es gut und wichtig, dass man diskutiert. Aber im Ernst – mir geht es nicht um die Helmtrage-Pflicht. Diese soll in meinen Augen vor allem nicht Basis des Entscheides sein, ob ich einen Helm trage oder nicht. Es geht mir nicht um gewinnen oder verlieren einer Diskussion. Es geht mir nicht um die persönliche Freiheit oder das aufbäumen gegen kleinste Ansätze einer möglichen Regulierung. Es geht mir nicht darum, dass ich auch mit einem Helm nicht alle Verletzungen verhindern kann. Es geht mir nicht um Angstmache oder um Statistiken.

Es geht mir schlicht und einfach um einen kleinen, unaufgeregten und freiwilligen Beitrag für die eigene Gesundheit.

Und wenn ich die Möglichkeit habe, ein Teilrisiko zu minimalem Aufwand zu verhindern oder zu mindern – Leute, ich tus. Ich setze einfach meinen Helm auf und integriere ihn in meinen Alltag, anstatt krampfhaft Argumente dagegen zu sammeln oder mich deswegen unterdrückt zu fühlen. Es geht ganz einfach, sieht gut aus und tut auch überhaupt nicht weh.

 

 

5 thoughts

  1. Nein, ich fahre ohne. Warum? Weil ichs kann, will und schöner finde. Zum Glück IST es eine freiwillige Angelegenheit. Aber die regelwütigen Deutschen, allen voran die Klugscheißer von den Grünen werden auch das noch per Gesetz regeln. Dann kommt auch die Helmpflicht für Kinder auf dem Spielplatz, für Inlineskater, für Jogger (sofern schneller als 6kmh die Stunde) , für Hundebesitzer (Hund an der Leine könnte sie umreißen), für Schwimmer (man könnte zusammenstoßen) und und und.
    Ich rate zudem allen Radlern schutzkleidung nach NORM! damit Stürze ohne Schrammen verlaufen.
    Ach, eigentlich sollte man einfach alles in einem Schutzdress machen – das Leben wäre um so viel sicherer. Es lebe der Stuhlkreis, das heilige Globuli, die ungefährliche Strickliesel und der Umweltschutz! Puh – jetzt war ich fast ein wenig unsachlich, aber es tut gut! 😁

    Ach, allen jungen Müttern empfehle ich: Eishockey für Kinder – verbieten! Boxen, verbieten, Hockey, Fußball, sich prügeln (drüber reden ist viel besser) – alles per online Petition verbieten….
    Und wehe ich erwische jemand der auf einen Baum klettert, ungesichert, helmlos und womöglich in kurzen Hosen…
    So, im Mai geh ich mit meiner Tochter tauchen, Haie gucken – ohne Helm und ohne Käfig.
    Übrigens, wer will kann einen Helm tragen, ist jedem selbst überlassen.

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    1. Kann dir nur bepflichten. Ich denke, wir können uns nicht vor allem im Leben schützen. Irgendwann vergessen wir richtig zu Leben und alles besteht nur mehr aus Angst. Angst, dass etwas passieren könnte.

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