Die Sache mit dem Gipsfuss

Seit drei Wochen laufe ich wegen einer Sehnenverletzung mit einem Gipsfuss durch die Gegend. Also eigentlich ein Gipsersatz-Schuh, in meinem Umfeld auch Cyber-Gips genannt. Ganz schön mühsam aber nicht zu ändern. Und da ich grundsätzlich jede Situation immer auch positiv zu betrachten versuche, habe ich mir Gedanken gemacht und nicht nur die eher auf der Hand liegenden, nervigen sondern auch die guten Aspekte aufgelistet.

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10 nervige Aspekte

  1. Hinter jedem Gips steckt in der Regel eine Verletzung. Und Schmerzen.
  2. Fortbewegen bei Regen, Schnee und Eis ist ist nicht lustig.
  3. Einkaufen und verreisen ist im Hinblick auf den Transport der Einkäufe und des Gepäcks mässig amüsant.
  4. Die sportlichen Aktivitäten sind erst mal eingestellt.
  5. Die farbigen Elemente am Cyber-Gips passen nicht zur Farbe der Krücken! Skandal!
  6. Die Medikamente machen mich müde.
  7. Im Büro ist alles ein bisschen mühsamer. Der Arbeitsweg an sich, den Kaffee in der Kantine holen, der Weg zu den Sitzungszimmern…
  8. Wildfremde, neugierige Menschen der Gattung «Gaffer» wollen mir möglichst dramatische Hintergründe zum Gipsfuss entlocken.
  9. Egoistische Mitmenschen schnappen mir in der Strassenbahn den letzten freien Sitzplatz weg. Ist ja mein Problem, nicht ihres.
  10. Teilweise eine seltsame Reduktion auf den Gipsfuss (es gibt ja auch noch andere Themen) und noch seltsamere und vor allem subjektive Überlegungen was man mir aktuell zumuten kann.

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10 positive Aspekte

  1. Fakt ist: Meine Verletzung heilt mit dem Gips besser. Ommmmm.
  2. Ich trainiere mit dem Laufen an Krücken meine Armmuskeln. Sport light.
  3. Entschleunigung. Ich bin langsam und komme doch ans Ziel. Und es geht mir gut dabei. Ein gutes Learning.
  4. Den Cyber-Gips 2.0 kann man zum Duschen ausziehen.
  5. Ich habe einen temporären Arbeitsplatzdrucker im Büro.
  6. Automatische Optimierung der Wege und Abläufe. Reduce to the max. Könnte ich eigentlich beibehalten.
  7. Echtes Mitgefühl und mentale Unterstützung. Und das solidarische Zunicken unter Krückenläufern hat auch was.
  8. Die netten Mitmenschen überlassen mir in der Strassenbahn ihren Sitzplatz.
  9. Ein allzeit warmer Fuss (Haha, der ist gut).
  10. Mal ehrlich: Es gibt Schlimmeres! Think pink. Think pink. Think pink!

Mein Fazit und zugleich Tipp: Egal wie mühsam eine Situation ist – kurz innehalten und auch positive Aspekte aufzählen tut unheimlich gut. Das gelingt nicht immer, geht manchmal einfach auch nicht und muss auch nicht immer sein. Aber einen Versuch ist es wert. Immer.

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