Sketchnotes

Visualisiert habe ich schon immer.  Meistens, um etwas zu erklären oder auch nur, um ein Dokument oder eine Präsentation visuell aufzulockern. Viele Menschen können Inhalte besser aufnehmen, wenn diese visualisiert sind. Denn Bilder sprechen eine gemeinsame Sprache. Ein Sachverhalt wird verständlicher, man kann sich besser erinnern. Der Austausch zu einem Thema wird erleichert.

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«Sketchnote» setzt sich aus Sketch (Skizze) und Note (Notiz) zusammen.

Sketchnotes sind also visuelle und handgefertigte Notizen, die sich aus Typografie, Bildern und weiteren grafischen Elementen (wie Banner, Linien etc.) zusammen setzen. Dabei kommt es nicht auf eine kunstvolle und technisch perfekte Ausführung an, sondern primär auf die Idee. Talent braucht man dazu nicht, Übung aber schon. Häufig werden Sketchnotes anstelle von Protokollen, für visuelles Storytelling oder als persönliche Notizen erstellt.  Dabei entsteht eine eigene und nicht lineare Struktur.

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Das ist für mich zugleich Vor- und Nachteil. Viele Sketchnotes sind für den Ersteller und für diejenigen Personen, die bei der Entstehung dabei waren, logisch und verständlich. Viele Sketchnotes überfordern mich persönlich auf den ersten Blick, da mir die visuelle Orientierung bei einer vollgepackten Sketchnote schwerfällt. Da besteht dann die Gefahr, dass ich mich nicht länger damit befasse. Sketchnotes zu „lesen“ braucht in meinen Augen also etwas Übung – danach sind sie aber umso wertvoller.

Seit einigen Jahren setze ich Visualisierungen immer mal wieder im Job ein, um ein Projekt (anstelle eines Konzept-Dokumentes oder einer Powerpoint-Präsentation) auf einem einzigen Blatt darzustellen. Dabei mische ich Stichworte und einfachste Bildelemente, verwende ein paar Farben und voilà – die Diskussion kann beginnen. Damals habe ich mir die ersten guten Stifte gekauft.

An der re:publica 2014 in Berlin habe ich dann eine Sketchnote-Session besucht. Das hat in mir die Lust geweckt, mich näher mit dem Thema zu befassen. In diesem Jahr bin ich dann auf eine lustige Aktion von Frau Hölle aufmerksam geworden. Sie hat die #30tagesketchnotechallenge organisiert, bei der man jeden Tag ein Thema visualisieren sollte um in Übung zu kommen und dranzubleiben. Eine tolle Sache!

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Es kam, wie es kommen musste. Die Ausrüstung wurde aufgepeppt, zwei tolle Bücher von Mike Rohde zum Thema, neue Stifte und ein schönes Sketchnote-Moleskine gekauft und los ging es. Seit dann bin ich am üben, üben und üben.

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Was mir dabei gefällt ist auch, dass es keine zweite Chance gibt. Ist der Stift erst einmal angesetzt, kann nicht mehr korrigiert werden. Im heutigen  Zeitalter eher ungewöhnlich, ist einem der Griff nach der Korrektur-Taste doch mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. Das ist auch schön, denn es geht wirklich nicht um die perfekte  Zeichnung, sondern um eine Visualisierung. Toll!

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Mein persönlicher Tipp: Wagt euch ohne Qualitätsdruck an das Thema und habt Spass!

Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt, Sketchnotes zu erstellen, kann ich euch die im Text verlinkten Websites sehr empfehlen. Bei Bernetblog hat sich Irène Messerli mit dem Thema befasst. Und auf meiner Pinterest-Pinnwand «Sketchnotes» findet ihr weitere Inspirationen. Viel Freude!

 

 

 

2 thoughts

  1. Deine Sketchnotes sind echt klasse und die 30 Tage Sketchnote Challenge war wirklich eine tolle Aktion! Mir ging es auch nicht anders als dir: seitdem haben sich diverse neue Zeichenutensilien bei mir eingenistet… Ich muss mir jetzt auch mal so wie du ein Notizbuch schnappen und einfach drauf los sketchen!

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